Abitus Vultus

Apr 02, 2005 | Zabbaduschder Open Air 2004

Abitus Vultus: So, Alex und Micha (aka. ZAO-Team), das Zabbaduschder Open Air liegt einige Monate zurück und deshalb ist nun ein guter Zeitpunkt, um nachzuhaken, wie ihr das Ganze verdaut, verkraftet und verarbeitet habt. Frei von der Leber weg: Könnte noch mal der 30.07 sein?

ZOA-Team: Naja, 30.07. wäre schon “fast” wieder ok, stressiger sind die zwei, frei Tage Aufbau vorher. Aber meist muss sowieso bis in die letzte Minute noch irgendwas organisiert werden, somit ist fast immer “vor dem Festival gleich nach dem Festival”.

AV: Altar, Obscenity, Deadspawn, Headshot, Mathyr – um nur ein paar Acts der Aufgebotes 2004 zu nennen. Allesamt Bands, die sich ausschließlich der metallischen Klangkultur zuwerden. Wieso also ein reines Metalfest und kein Mix aus verschiedenen musikalischen Bereichen? Ist die Metalszene im Raum Stuttgart so stark ausgeprägt?

ZT: Also beim ersten ZOA 2001 gab es sogar den Versuch, das Line-Up etwas gemixter zu gestalten. Wir hatten den Samstag als “Metal-Tag” auserkoren und den Freitag als “Alternative-Tag”, wo Crossover, Rock’n'Roll und Punkrock vertreten war. Da es aber nicht so gut angenommen wurde und wir einfach zu 100% aus der Metal-Ecke kommt, war es für uns einfacher, zwei Tage das volle “Metalbrett” zu fahren, weil wir uns so einfach auf gewohntem Terrain befinden. Vergleiche mit anderen Städten oder Regionen kann ich mir nicht wirklich erlauben. Wir sind zwar mit Davidian und privat schon einiges rumgekommen aber für einen Vergleich reicht das, denk’ ich, nicht ganz aus. Sagen wir mal so: Für etwas “offene” Metaller ist eigentlich jedes Wochenede etwas geboten, egal, ob Konzert oder Konserve. Dazu gibt es noch die großen Clubs wie RoFa Ludwigsburg, das LKA (Longhorn), die Schleyer-”Slayer”-Halle Stuttgart, die Röhre, das Uni(versum), das Prag und einige Jugendhäuser, in denen recht viele Underground-Gigs über die Bühne gehen. Wir selbst veranstalten im Jugendclub Plüderhausen noch drei bis vier Metal-Konzerte pro Jahr. Langweilig wird es einem nicht gerade!

AV: Erzählt doch mal, wie viele Besucher vertägt euer Gelände und wie viele Leutchen sind tatsächlich angereist?

ZT: Das Gelände selbst kann wohl locker ca. 1000 Besucher aufnehmen. Da wir aber wohl das einzige Festival sind, das den Campingground direkt neben der Bühne hat, ging uns dieses Jahr erstmals der Platz für die Zelte aus. Einige Besucher mussten wir deshalb auf einen extra Zeltplatz ausquartieren. Dieses Jahr waren schätzungsweise pro Tag 600 bis 700 Leute auf dem Platz! Eventuell müssen wir für nächstes Jahr ein Besucherlimit einführen, da es sonst zu ernsten Koordinierungsproblemen kommt.

AV: Wie groß, glaubt ihr, ist die Abhängigkeit von Besucherzahl und Bands? Würden die Leute. mir um ein geiles Wochenendevent zu erleben, in gleicher Anzahl erscheinen, wenn, sagen wir mal, überwiegend regionale Bands spielen würden? Immerhin habt ihr schon auf euren Werbeflyern mit absolut fairen Bierpreisen gelockt, harhar.

ZT: Das gibt sich langsam die Hand. Also viele kommen wegen der absoluten Party auf das Zabba, vor allem bei den Bierpreisen, die du ansprichst! Und bei den anderen sind dann noch die Bands der ausschlaggebende Punkt.

AV: In Zeiten, in denen Auftrittsmöglichkeiten immer rarer werden, könnt ihr euch doch sicherlich vor Bewerbungen nicht retten. Wie läuft das letztendliche Auswahlverfahren ab – großer Topf und rausgefischt?

ZT: Ganz so einfach machen wir uns das nicht! Jeder eingesendete Bewerbung – ob einfaches Demo oder gepresste CD – wird von der “Jury” durchgehört und bewertet. Manche Bewerber sollten sich aber wirklich erst einmal mit der Homepage bzw. sich mit der Kernessent des ZOA auseinandersetzen: Metal Open Air!

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